New Museum –
„Grief and Grievance: Art and Mourning in America“

Das New Museum beginnt das neue Jahr mit einem lang geplanten und zugleich immer noch aktuellen Projekt: 2018 lud das Museum den Kurator Okwui Enwezor ein, die Ausstellung Grief and Grievance: Art and Mourning in America zu organisieren. Enwezor, langjähriges Mitglied des Deutsche Bank Global Art Advisory Council, arbeitete damals an einer Vortragsreihe für die Harvard University, in der es um die Schnittpunkte zwischen schwarzer Trauer und weißem Nationalismus in den USA gehen sollte – und darum, wie afroamerikanische Gegenwartskünstler*innen das Thema sehen. Einige Monate vor seinem Tod 2019 bat Enwezor den afroamerikanischen Künstler Glenn Ligon, das Projekt mit zu betreuen. Nun realisierte dieser gemeinsam mit den Kurator*innen Naomi Beckwith, Massimiliano Gioni und Mark Nash die Ausstellung. Die Schau vereint 37 Künstler*innen aus unterschiedlichen Generationen, die mit verschiedenen künstlerischen Medien über rassistische Gewalt in den USA sprechen. Die Werke zeigen, wie ungleich mit schwarzer Trauer und den Beschwerden und Klagen von Weißen umgegangen wird und wie dieses Missverhältnis das gesellschaftliche Leben in den USA prägt. Sicher eines der wichtigsten New Yorker Kunstereignisse 2021.

Bis zur Eröffnung sei jedem New Museum Now, das digitale Programm des New Museum ans Herz gelegt, das neue Maßstäbe setzt. Für die Serie Bedtime Stories erzählen Prominente wie Tacita Dean oder Iggy Pop Geschichten gegen die Isolation, es gibt Diskussionen mit Judith Butler, Künstler*innenfilme (unter anderem von Hiwa K) und natürlich virtuelle Führungen. Dieses innovative Programm der Superlative kann es an Unterhaltungswert locker mit Netflix aufnehmen.

Grief and Grievance:
Art and Mourning in America

27.1. – 6.6.2021
New Museum, New York
www.newmuseum.tv