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Diese Kategorie enthält folgende Artikel
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The Question:
Wen oder was sollen wir 2014 im Auge behalten?


Abseits der ausgetretenen Pfade: Welche Museen, Institutionen, Künstler, Kuratoren, Sammlungen haben Sie 2013 beeindruckt und wurden Ihrer Meinung nach zu wenig gewürdigt? Welche Museen und Orte behalten Sie 2014 im Auge, und worauf freuen Sie sich besonders? ArtMag hat Künstler, Kuratoren und Museumsleute gefragt.



Ute Meta Bauer, Direktorin Centre for Contemporary Art, Singapur
Photo: Christine Fenzl

Ute Meta Bauer

In den letzten beiden Jahrzehnten hat sich die Kunstszene in Süd- und Südostasien radikal gewandelt. Das liegt vor allem an den neu entstandenen Institutionen und der Profilierung der dortigen Biennalen. Ganz besonders gespannt bin ich auf Jogja XII Equator #2, die zweite Equator Biennale. Kuratiert von Agung Hujatnikajennong (Indonesien) und Sarah Rifky (Ägypten) thematisiert sie die wechselseitigen Beziehungen zwischen Indonesien und der arabischen Welt.

Ein weiterer Höhepunkt ist für mich die Singapur Biennale. Mit Schwerpunkt auf südostasiatischer Gegenwartskunst bringt sie 27 Kuratoren aus der Region zusammen, die gemeinsam mit den Künstlern zum Thema If The World Changed arbeiten. Und natürlich freue ich mich darauf, das Center for Contemporary Art als Hub für die Kunstszene in Singapur zu etablieren – als Raum, in dem mit neuen Formaten experimentiert wird.








Erick Beltrán, Malum, 2012. © Erick Beltrán, Barcelona

Erick Beltrán

Für mich gibt es einige ganz unterschiedliche bemerkenswerte Orte und Institutionen: Die Kahlidi Library ist eine Familiensammlung in Jerusalem. Trotz der prominenten Lage unweit der Klagemauer wird dieser verborgene Schatz schnell übersehen. Doch hinter der schmalen Tür befinden sich die bezauberndste palästinensische Bücherei und eine der weltweit größten Privatsammlungen islamischer Handschriften in der arabischen Welt.

Der gerade eröffnete Kunstraum Flora ars+natura in Bogotá hingegen ist einzigartig, weil er sich der Beziehung zwischen Kunst und Natur widmet. Workshops, Seminare und Stipendien helfen dabei, unsere anthropozentrischen Vorstellungen zu überdenken. Der umtriebige Verlag Roma Publications ist für mich der Inbegriff für die Liebe zu Büchern. Gegründet von Mark Manders und Roger Willems kümmert er sich fürsorglich um die Gestaltung jeder einzelnen Seite und bietet einen internationalen Vertrieb, ganz gleich ob die Auflage nun 2 oder 15.000 Exemplare beträgt –  das ist so wichtig für viele von uns!











Shannon Bool, Künstlerin, Berlin. © Shannon Bool

Shannon Bool

Ich bewundere alle Kunstvereine in Deutschland, die ohne die Unterstützung und Förderung, die Museen haben, große Risiken auf sich nehmen. Man denke nur an die Kunstvereine in Bonn, Heidelberg, Bremen, Bielefeld, Münster oder Braunschweig und die vielen anderen Vereine, die jungen Künstlern eine Plattform bieten.

Genauso wichtig sind die von Künstlern initiierten Räume in Berlin, die jeder für sich eine ganz eigene Sensibilität und eine frische Energie entwickeln, die nicht sofort vom Kunstmarkt geschluckt wird. Einige meiner Favoriten sind das Autocenter, Savvy und das Grimmuseum.













Marc Brandenburg, Künstler, Berlin. © Marc Brandenburg

Marc Brandenburg

Früher bekam ich bei dem Wort „Tanztheater“ Zustände. Ich verband es mit pathetischem, manieriertem Rumgehopse. Doch ausgerechnet diese Kunstform bescherte mir eine Art Erweckungserlebnis: Das mutige Stück Can we talk about this? der britischen Gruppe dv8.

Es geht um ein heikles Thema: den Angriff des islamischen Fundamentalismus auf die Redefreiheit und Menschenrechte, religiös motivierte Unterdrückung von Frauen und Homophobie. Die Gegenwartskunst hat gerade anscheinend nur wenig Relevantes zu gesellschaftlichen Diskursen beizutragen. dv8 zeigen jedoch, dass es durchaus möglich ist, Aufklärung, politisches Engagement und formale Kühnheit zu großartiger Kunst zu verbinden.













Max Hollein, Direktor Städel Museum, Shirn Kunsthalle und
Liebighaus Skulpturensammlung, Frankfurt am Main
© Schirn Kunsthalle Frankfurt/Gaby Gerster

Max Hollein

In mehreren Museen wie dem MoMA, der Tate oder auch bei uns sieht man schon die ersten erfolgreichen Gehversuche: Im kommenden Jahr wird sich wirklich entscheiden, welche Kulturinstitutionen mit dem Potenzial der voranschreitenden digitalen Entwicklung richtig umgehen und daraus ein echtes, alternatives Angebot parallel zum realen, physischen Museum entwickeln – und damit eine Führungsrolle im Bereich der globalen Kunstrezeption und -vermittlung erreichen können. Der Ansatz dazu darf nicht eine Übersetzung des physischen Besuchs ins Virtuelle sein, vielmehr ist ein neuartiges Konzept der umfassenden Wissensvermittlung und individuellen Zugänglichkeit von Sammlungsinhalten und -kontexten gefragt. Hand in Hand damit werden wir 2014 eine alternative Form des gedruckten Kunstbuchs mit all seinen Möglichkeiten im digitalen Raum erleben. Darauf bin ich nicht nur gespannt, sondern wir wollen auch integraler und bedeutender Teil dieses Prozesses sein.






Sophie von Olfers, Kuratorin, Portikus, Frankfurt am Main
Photo: Isabelle Graeff

Sophie von Olfers

In diesem Jahr hat mich meine Arbeit am Portikus an unglaublich aufregende Orte gebracht. Eines der Highlights war Marfa in Texas. Hier habe ich mit Schrecken feststellen müssen, dass ich bis dato die Arbeit von Donald Judd nie richtig verstanden habe. Es ist ein beeindruckend abgelegener Fleck. Im Zuge dieser Reise hat sich mir auch Los Angeles etwas mehr aufgetan. Eine Entdeckung für mich hier: die Galerie The Box, wo ich eine Ausstellung der Künstlerin Barbara T. Smith sehen durfte – frühe Xerox-Arbeiten aus den 1960er-Jahren.
In Europa hat mich in 2013 das Programm von La Loge in Brüssel sehr beeindruckt. Es ist eine neue Ausstellungs­institution in einem alten Freimaurertempel mitten in der Stadt. Die junge Direktorin und Kuratorin, Anne-Claire Schmitz, macht dort einen tollen Job.

In 2014 freue ich mich auf zwei Ausstellungen in den USA: einmal die umfassende Retrospektive von Sigmar Polke im New Yorker MoMA im Frühjahr, und dann die Einzelausstellung von Nora Schultz in der Renaissance Society in Chicago. Sie ist meines Erachtens eine der stärksten künstlerischen Positionen meiner Generation in Deutschland. Außerdem realisiert die Künstlerin Mariana Castillo Deball, die kürzlich den Preis der Nationalgalerie für junge Kunst gewonnen hat, ein ambitioniertes ethnografisches Projekt in Berlin, welches mehrere Institutionen einbinden wird. Hierauf bin ich sehr gespannt.








Tobias Rehberger, Künstler, Frankfurt am Main

Tobias Rehberger

Manchmal liegt das Gute ja tatsächlich sehr nahe. Einen Künstler, den ich seit Langem oder eigentlich schon immer für total unterschätzt halte, beziehungsweise der bis jetzt leider ziemlich unbeachtet blieb, ist Holger Wüst. Seine in Megazeitlupe abgefilmten Riesencollagen sind unglaublich poetisch und kritisch zugleich.

Ich wünsche mir, dass man ein paar seiner Arbeiten einmal in einer größeren Ausstellung zusammen sehen kann und er die ökonomischen Möglichkeiten bekommt, einige Projekte zu verwirklichen, die unter den jetzigen Umständen nicht machbar sind.













Karol Sienkiewicz, Autor und Kunsthistoriker, Vancouver

Karol Sienkiewicz

Es gibt meiner Meinung nach immer noch nicht genug Aufmerksamkeit für die ukrainische Kunstszene. Die Ukraine – das ist nicht nur Pintschuk mit all seinem Geld und dem falschen Glamour. Es gibt eine Gruppe von Künstlern, die durchaus kritisch mit der gesellschaftlichen und politischen Realität in der Ukraine und auch außerhalb umgehen. Die Künstlerkinder, die bei der Orangenen Revolution 2004 gerade ihre ersten Schritte machten, haben laufen gelernt und sind erwachsen geworden.

Zhanna Kadyrova mit ihren Asphalt-Skulpturen etwa oder Volodymir Kuznetsov, der schon mal die Stickerei seiner verstorbenen Großmutter mit eigenen Stickarbeiten ausstellte. Alevtina Kakhidze macht ihr eigenes Haus zum Künstlerhaus mit Stipendien, während Stas Volyazlovsky ergreifende Heimpornos dreht. Es gibt noch mehr von ihnen. Wo immer sie auch auftauchen, passiert etwas, geht los oder kaputt. Als unersättliche Kinder der Revolution muss man sie gern haben, sie ecken immer noch an und lassen sich nichts vormachen.







Markus Weisbeck, Professor für Grafikdesign, Weimar

Markus Weisbeck

Ein flamboyantes Highlight 2013 war vor allem die Ausstellung über die Buchproduktionen des italienischen Gestalters Bruno Munari: eine Auswahl von Originalen aus einer Privatsammlung, im Rahmen der Art Book Fair im MoMA PS1 New York. Als Ausnahme-Gestalter verstand es der 1907 geborene Munari, sämtliche Disziplinen zwischen Skulptur, Produktdesign, Typografie und Buchgestaltung zu bedienen. Beachtlich ist die Zeitlosigkeit seiner Werke. Ganz gleich ob es sich um formale Proportionsexperimente oder illustrierte Kinderbücher dreht, Munari konnte wie kein anderer das Medium Papier mit spielerischer Vielfalt zum Objekt transformieren.

2014 freue ich mich besonders auf die gemeinsame Arbeit der amerikanischen Künstler Mike Bouchet und Paul McCarthy im Frankfurter Portikus. Diese spezifisch für die Architektur vor Ort entwickelte Installation ist erstmals am Valentinstag, dem 14. Februar 2014, zu sehen.










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