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„Mit Formica hat alles angefangen“
Zum Tod von Richard Artschwager



Ist das Pop Art? Minimal? Oder vielleicht doch Konzeptkunst? Richard Artschwagers Werk passt in keine Schublade. Seine Skulpturen sehen aus wie Möbel oder Bilder, seine Bilder wie Skulpturen. Jede Kategorisierung hat er vehement abgelehnt: „Davon bekomme ich schlechte Laune“, wie er es in seinem Interview mit ArtMag lakonisch formuliert. Die große Retrospektive des Künstlers im New Yorker Whitney Museum ging gerade zu Ende. Jetzt ist Richard Artschwager im Alter von 89 Jahren in New York gestorben.

In der Sammlung Deutsche Bank ist Artschwager mit zahlreichen Arbeiten vertreten. Eine Auswahl war 2003 in der Ausstellung Up and Down/ Back and Forth im Deutsche Guggenheim zu sehen. Neben Papierarbeiten wurden hier auch Skulpturen gezeigt – etwa ein mannshohes Kreuz. Das heilige Symbol bestand allerdings nicht, wie es seine Oberfläche auf den ersten Blick signalisierte, aus edlem Nussbaumholz. Stattdessen benutze Artschwager hier eines seiner bevorzugten Materialien: Formica bzw.Resopal – industriell gefertigte Schichtstoffplatten mit einer gerne in Holzoptik gehaltenen Oberfläche. „Mit Formica hat alles angefangen. Formica, ein großartiges, hässliches Material, der Schrecken des Zeitalters“. Artschwager kannte sich damit aus, hatte er doch in den Fünfzigern als Möbeltischler gearbeitet. Formica erschien ihm als ideales Mittel der Verfremdung und Irritation, denn es kann jedes beliebige Material imitieren und treibt mit seiner Trivialität dem Kunstwerk jede Aura aus. 

Geboren wurde Artschwager 1923 in Washington als Sohn eines deutschen Botanikers und einer ukrainischen Hobbymalerin. Er studierte Biologie und meldete sich 1942 zum Militäreinsatz in Europa. Bei Kriegsende war er an der Befreiung von Kassel beteiligt. Hier sollte er dann zwischen 1968 und 92 fünf Mal an der documenta teilnehmen. Nach seinem Kunststudium arbeitete Artschwager zunächst als Möbeltischler und fertigte u.a. im Auftrag der katholischen Kirche transportable Schiffsaltäre. Das brachte ihn dazu Wandobjekte aus Holz und Formica zu entwerfen.

Ein weiteres, ganz wichtiges Instrument der Irritation sind Artschwagers „Blps“ – zwei- oder dreidimensionale Formen, die an Kapsel erinnern. Anfang der Siebziger tauchen sie wie ein absurdes Logo in seinem Werk auf, finden sich auf Bildern, Wänden von Ausstellungsräumen oder Fabrikschornsteinen. Im Rahmen seiner jüngsten Whitney-Ausstellung installierte er die „Blps“ entlang der High Line, der begrünten Hochbahntrasse im Westen von Manhattan. Diese schwarzen oder weißen „Kapseln“ haben – wie vielleicht all seine Arbeiten – nur eine Funktion: unsere Aufmerksamkeit zu schärfen für die Welt und die Dinge, die uns umgeben. Mit Artschwager verliert die Kunstwelt einen großen Einzelgänger, der zugleich ein „Künstler für Künstler“ war und Generationen nach ihm inspiriert hat.  

Die große Artschwager-Retrospektive aus dem Whitney Museum ist ab Oktober im Münchner Haus der Kunst zu sehen.




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