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Die Presse über Gabriel Orozcos Auftragsarbeit für das Deutsche Guggenheim

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„Die magischen Schönheiten der Objekte“
Die Presse über Gabriel Orozcos Auftragsarbeit für
das Deutsche Guggenheim


Tausende von Objekten stehen im Zentrum von Gabriel Orozcos Austellungsprojekt „Asterisms“, der 18. Auftragsarbeit für das Deutsche Guggenheim. Fundstücke vom Strand eines Naturschutzgebiets in Mexiko und von einem New Yorker Sportplatz hat der Künstler zu einer poetischen Installation arrangiert, die die Kritiker zum schwärmen bringt.


„Eine philosophische Erkundung, bei der es um formelle Aspekte, um Materialien, Lebensdauer und Erosion geht“, so charakterisiert Gabriel Orozco in einem Interview mit Claudia Bodin, der New York-Korrespondentin der Art, sein Ausstellungsprojekt Asterisms im Deutsche Guggenheim. „Es hat etwas von der Klassifizierung von Fundstücken. Man hat all diese Objekte vor sich und versucht, einen Sinn in dem ganzen Puzzle zu entdecken“, so der mexikanische Künstler. In der Ausstellungsbesprechung der Art schreibt Birgit Sonna, Orozco versetze „die Hinterlassenschaften menschlichen und anderen Lebens in surreale Blickwinkel, indem er eine radikale Kontextverschiebung vornimmt und ganz gegenwärtige Dinge schon wie Altertumsfunde aussehen lässt. (…) Erosion ist sein großes Thema. Oder auch die Poesie des Verfalls, des Verschleißes von kulturellen Ideen, Identitäten, Ritualen. Bei Orozco sieht man den Zahn der Zeit förmlich an noch existierenden Gesellschaftsgebilden nagen.“

Für  die Berliner Morgenpost hat der Künstler mit seiner „verblüffenden Bodenarbeit (…) die ultimative Sommerschau“ realisiert. In der Berliner Zeitung schreibt Ingeborg Ruthe der  „weltberühmte Poet unter den Konzeptualisten“ zeigt im Deutsche Guggenheim „eine klar konzipierte, aus simplen Zutaten bestehende, zugleich hochkomplexe Arbeit. (…) Ein riesiger Teppich aus Müll und Treibgut wird vor unseren Augen zu einer seltsamen, eindringlichen, poetischen Topografie. (…) Orozco hat, das ist nicht zu übersehen, einen sehr besonderen Blick für die magischen Schönheiten von Objekten.“ Karlheinz Schmid vom Informationsdienst Kunst sieht das völlig anders. Für ihn ist die Ausstellung ein „künstlerisches Debakel“: „Orozco betreibt (…) nichts als Spurensuche, als erkenntnisloses ästhetisches Geplänkel.“  Christiane Meixner vom Tagesspiegel dagegen erkennt in Asterisms ein „Mosaik, das Aufschluss über die Kultur und die Lebensgewohnheiten des 21. Jahrhunderts gibt.“ Dem Werk wohnt „jene poetische Energie inne, die einen neuen Blick erlaubt. Und aus Abfall plastische Elemente von faszinierender Schönheit macht.“

In dem Blog Hypedefender heißt es. „Was für den Betrachter in der Natur ein Berg aus Müll ist, wird von Orozco nun sichtbar als Kulturgut inszeniert und verdeutlicht eben diesen Konflikt. Mensch vs. Natur“. Für Ingo Arend hätte „die Arbeit in Berlins edlem kleinen Schauraum gut zu Carolyn Christov-Bakargievs posthumaner documenta 13 gepasst“, so der taz-Redakteur. Er zieht dieses Fazit der Ausstellung: „Bloß eine hübsche Formspielerei ist das Werk des 51-Jährigen aber nicht. Eine Ahnung vom Zusammenprall von Natur und Kultur, von Konsum und Wegwerfgesellschaft ist in ihnen stets präsent. Bewusst wählt Orozco Alltagsgegenstände für seine Werke. Doch wo Duchamp sie in den Kunstkontext stellte, gibt Orozco ihnen eine Form. Seine Berliner Doppelarbeit hat er Asterisms – Sternbilder genannt. So bringt er das Profane und das Poetische zusammen. Was daraus entsteht, nennt man Schönheit.“




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