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Dynamisches Duo
Preview Frieze London und Frieze Masters


Seit ihrer Premiere 2003 hat sich die Londoner Frieze zur weltweit wohl wichtigsten Messe für Gegenwartskunst entwickelt. Als Hauptsponsor ist die Deutsche Bank bereits seit 2004 Partner der Frieze. Zu ihrem 10-jährigen Jubiläum geht die Kunstmesse nun auf Expansionskurs: nach der Frieze New York lanciert sie jetzt die Frieze Masters, die Kunst von der Antike bis zum 20. Jahrhundert aus einem zeitgenössischen Blickwinkel zeigt. Also noch ein Grund mehr, zur „Frieze Week“  die britische Hauptstadt zu besuchen.


Im Mai fand auf Randall’s Island, einer Insel im East River, die erste Frieze New York statt. Der Start der neuen Messe verlief äußerst vielversprechend, Publikum und Presse waren begeistert. „Die Frieze Art Fair elektrisiert New York“, so brachte es das Wall Street Journal auf den Punkt. Aber auch in der britischen Hauptstadt expandiert die Kunstmesse. Parallel zur Frieze London, die sich auf aktuelle Werke von lebenden Künstlern fokussiert, findet erstmals die Frieze Masters statt. Als Hauptsponsor kooperiert Deutsche Bank auch mit den beiden neuen Frieze-Messen.

Über 90 internationale Galerien zeigen auf der Frieze Masters Kunst von der Antike bis zum 20. Jahrhundert – in einer temporären Architektur, die Annabelle Selldorf entworfen hat. Die Architektin gilt als Spezialistin für Räume in denen Kunst präsentiert und produziert wird. Selldorf gestaltete nicht nur die Galerien von Barbara Gladstone oder David Zwirner, sondern auch die Ateliers von Jeff Koons und David Salle. Für die Frieze Masters setzt sie auf ein ebenso elegantes wie zeitgenössisches Design. Von der Frieze London ist die neue Messe bequem zu Fuß zu erreichen, denn auch sie findet im Regent’s Park statt. So können sich die Besucher nicht nur über aktuelle Tendenzen informieren, sondern auch alte Kunst und Klassiker des 20.Jahrhunderts aus zeitgenössischer Perspektive entdecken.

Die Erwartungen an die neue Messe sind hoch. „Die Frieze Masters wird die experimentierfreudigsten und fantasievollsten Sammler nach London locken“, so Nicholas Penny, Direktor der Londoner National Gallery. „Ziel der Messe ist es, die Beziehungen zwischen antiker und moderner Kunst, zwischen alt und neu zu revolutionieren.“ Besonders spannend dürfete die Sektion Spotlight werden. Hier präsentieren 22 Galerien aus den USA und Deutschland, aber auch dem Libanon, Portugal oder Rumänien jeweils eine ausgewählte Position des 20. Jahrhunderts. Ein Schwerpunkt liegt auf konzeptuellen oder feministischen Positionen aus den 1960er und 70er Jahren. Es sind „Pioniere, die in einer der radikalsten Perioden der Kunstgeschichte gearbeitet haben“, so Adriano Pedrosa. Der Kurator der Istanbul Biennale 2011 berät die Messe bei der Auswahl der Galerien für die Spotlight-Sektion.

Für den zeitgenössischen Ansatz der Frieze Masters stehen auch die Talks, die im Rahmen der Messe stattfinden: So diskutiert Cecily Brown, die auf ihren gestisch-expressiven Leinwände Einflüsse von Malern wie William Hogarth oder Willem de Kooning verarbeitet, mit Nicholas Penny über ihre Neuinterpretationen traditioneller Themen der Kunstgeschichte. Während Glenn Brown mit Bice Curiger über seine Versionen von Bildern so unterschiedlicher Künstler wie Baselitz oder Fragonard spricht, erläutert Luc Tuymans im Gespräch mit Louvre-Kurator Dominique de Font-Réaulx wie er geschichtliche Ereignisse in Malerei umsetzt.

Die 10. Ausgabe der Frieze London ist die bislang internationalste: 170 Aussteller aus 34 Ländern präsentieren sich in Messezelten, die wie letztes Jahr von dem Architekturbüro Carmody Groarke entworfen wurden. Die neue Sektion Focus ist jungen Galerien vorbehalten, die nach 2000 gegründet worden sind. Ausgewählt wurden unter anderem Algus Greenspon (New York), Casas Riegner (Bogota), Chatterjee & Lal (Mumbai) oder Chert (Berlin). Auch die Sektion Frame widmet sich jungen Galerien, es werden allerdings nur Einzelpositionen gezeigt. Die Tatsache, dass 16 der 21 Galerien erstmals in London mit dabei sind, verspricht auch hier spannende Entdeckungen. So kann man bei der François Ghebaly Gallery (Los Angeles) den legendären Underground-Filmer Mike Kuchar als Zeichner erleben. Experimenter (Kalkutta) stellt die in Pakistan geborene und in Indien lebende Künstlerin Bani Abidi vor. In ihren humorvollen Arbeiten thematisiert sie pointiert die kulturellen und politischen Differenzen und Ähnlichkeiten zwischen den beiden verfeindeten Nachbarstaaten.

Damit man auf der Messe trotz des immensen Angebots nicht den Überblick verliert, setzt die Frieze auf innovative Technik: Die Besucher können sich eine kostenlose App für ihre iPhones und iPads downloaden – unter anderem mit einem interaktiven Plan der Messe. Dieser Service wird erneut von der Deutschen Bank ermöglicht. Als Hauptsponsor ist sie auch wieder mit einer Lounge vor Ort präsent. Unter dem Titel Pairs werden hier Arbeiten aus der Sammlung Deutsche Bank einander gegenübergestellt. Anlässlich der Frieze Masters-Premiere treffen Werke der Klassischen Moderne auf zeitgenössische Arbeiten: Piet Mondrian, Wassily Kandinsky, David Bomberg und Andreas Feininger begegnen Daniel Richter, Ugo Rondinone, Adrian Paci und Frank Auerbach. Zwischen den Paarungen ergeben sich über die Dekaden hinweg die unterschiedlichsten inhaltlichen und formalen Korrespondenzen. Außerdem sind in der Lounge die Vorzeichnungen zu Keith Tyson’s 12 Harmonics zu sehen. Der monumentale Gemäldezyklus wurde Ende letzten Jahres in der Vorhalle des Londoner Hauptsitzes der Deutschen Bank installiert. Eine der Zeichnungen wird zu Gunsten von Help a Capital Child und der Meningitis Research Foundation versteigert.

Wer ArtMag, das diesen Oktober seinen 10 Geburtstag feiert, einen Besuch abstatten möchte, sollte sich zu den Presseständen auf der Frieze London begeben. Dort kann man am Stand M 20 nicht nur durch die aktuelle Ausgabe surfen, sondern auch eine Reise zur nächsten Frieze New York gewinnen. Wer den ArtMag-Newsletter abonniert nimmt an der Verlosung eines Flugs nach New York für zwei Personen inclusive zwei Übernachtungen und zwei VIP Tickets für die Messe teil.

Von Beginn an hat das avancierte Rahmenprogramm aus Filmen, Talks und Auftragsarbeiten wesentlich zum Profil der Frieze beigetragen. Im Rahmen der von Sarah McCrory kuratierten Frieze Projects realisieren dieses Jahr Thomas Bayrle, Aslı Çavuşoğlu, DIS magazine, Grizedale Arts / Yangjiang Group und Joanna Rajkowska ortsspezifische Interventionen. Während sich an Çavuşoğlus Performance Murder in Three Acts echte Darsteller einer TV-Krimi-Serie beteiligen, wird Bayrle den Eingang der Messe mit den für ihn typischen, aus hundertfach vervielfältigten Motiven zusammensetzen Grafiken akzentuieren. Der Pionier der europäischen Pop Art ist seit langem in der Sammlung Deutsche Bank vertreten und sein Beitrag zur diesjährigen documenta war einer der Höhepunkte der Kunstschau.

Auch bei den Talks erwartet die Frieze London wieder prominente Gäste: Tino Sehgal diskutiert mit Jörg Heiser über Konzeptkunst, Choreographie und das Kunstwerk als Objekt, während sich John Waters mit Sturtevant über das Thema „Dummheit“ austauscht. Waters begann seine Karriere mit berüchtigten Trash-Filmen wie Pink Flamingos und Female Trouble und stellt inzwischen als bildender Künstler im New Museum und bei Gagosian aus. Sturtevant hinterfragt mit ihren Nachschöpfungen von Ikonen der zeitgenössischen Kunst alles was wir über Original und Originalität, Aura und Autorenschaft zu wissen glauben. Eine Künstlerin, die erklärt, dass es ihr um nichts anderes geht, als das Denken in Gang zu setzen, mit John Waters ausgerechnet über Dummheit diskutieren zu lassen, garantiert eine ebenso lustige wie anregende Veranstaltung. Auf so eine Idee kommen wirklich nur die Macher der Frieze.
Achim Drucks

Frieze London/Frieze Masters
Regent’s Park, London
11. – 14. Oktober 2012




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