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Die Presse über Abstraktion und Einfühlung

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"Belebender Bilderstreit" Die Presse über Abstraktion und Einfühlung im Deutsche Guggenheim

Inspiriert von Wilhelm Worringers einflussreicher, 1908 erschienener kunstgeschichtlicher Dissertation "Abstraktion und Einfühlung", hat Carmen Gimenez, Kuratorin am New Yorker Guggenheim Museum, Papierarbeiten von Josef Albers, Michael Buthe, Blinky Palermo und Thomas Schütte aus der Sammlung Deutsche Bank einander gegenübergestellt. Die Presse zeigte sich trotz Zweifeln am theoretischen Überbau begeistert.


Dass sich Kuratorin Carmen Gimenez vom New Yorker Guggenheim Museum für ihre Auswahl nur zu gern auf Wilhelm Worringer beruft, dessen Dissertation Abstraktion und Einfühlung von 1907 den Blick auf die Kunst des 20. Jahrhunderts maßgeblich geprägt hat, sei "nachvollziehbar und legitim" urteilt Christiane Meixner im Tagesspiegel. Denn schließlich teilte Worringer die Entwicklung der Malerei in zwei Stränge, von denen der eine nach objektiven Kriterien strebe, während der andere den individuell erzählerischen Stil pflege. Unter dem Titel "Quadratisch, gelb, gut" zeigt sie sich besonders von den Abstraktionen des Bauhaus-Lehrers Josef Albers begeistert: "Trotz des immergleichen geometrischen Aufbaus verändert sich der Eindruck – manche Blätter wirken tiefenräumlich, auf anderen scheinen die Formen in der Fläche zu schweben. Die Deutsche Bank, aus deren Sammlung sich die Ausstellung Abstraktion und Einfühlung größtenteils speist, hat Albers' Serien als eine der ersten Arbeiten erworben. Sie zeigen, wie groß die Wirkungsmöglichkeiten allein der Farbe sind." Dennoch löst die Gegenüberstellung der unterschiedlichen Positionen den theoretischen Anspruch der Ausstellung für Meixner nur bedingt ein: "Dass Albers, Paul Klee und Piet Mondrian in eine andere Richtung als Michael Buthe, Blinky Palermo, Thomas Schütte und Philip Guston segeln, macht schon der zeitliche Abstand klar." Auch wenn der Titel und die Thesen der Ausstellung für Meixner eher retrospektiv bleiben, lohnt sich die Schau für sie doch allemal, als "rare Gelegenheit, die Arbeiten dieser Künstler zu sehen."

Für das Deutschlandradio Kultur ist die Ausstellung "ein belebender Bilderstreit" Zugleich wird auch hier die Gegenüberstellung von "abstrakten" und "einfühlsamen" Werken als ambivalentes Experiment empfunden: "Schließlich waren 'Abstraktion und Einfühlung' für den Kunsthistoriker Wilhelm Worringer keine sich ausschließenden Gegensätze, als er das Thema 1908 auf die Tagesordnung der Moderne setzte[…] Diesen nie endgültig entschiedenen Kampf zweier Linien scheint Carmen Gimenez weiterzuspinnen, mit Josef Albers und dem Beuys-Schüler Blinky Palermo auf der einen, dem 1994 jung verstorbenen Michael Buthe und Thomas Schütte auf der anderen Seite. Doch schon der erste Überblick zeigt: so eindeutig ist die Sache nicht, dieser Bilderstreit kennt keine klaren Frontverläufe." Dennoch bietet die Ausstellung aus Sicht des Kommentators neue, inspirierende Perspektiven für den Besucher: "Und so, wie sich zwischen Josef Albers und Thomas Schütte irritierende Korrespondenzen, spannungsreiche Verbindungen über die Farbe ergeben, so eröffnet der Schritt von Blinky Palermos geometrischen Exerzitien hinüber ins Phantasie-Reich von Michael Buthe den Blick auf verblüffende Metamorphosen der Form."

Auch für Ingeborg Ruthe, die Kunstkritikerin der Berliner Zeitung, hat sich Carmen Gimenez mit der Bezugnahme auf Worringers berühmte Schrift ein schwieriges Ziel gesetzt: "Das genialisch Universelle in Worringers Theorie, durch die man die moderne Kunst wie durchs Prisma der Theorie sehen kann, freilich ist mit einer solch minimalen, aus dem Fundus einer einzigen Sammlung gegriffenen Auswahl kaum zu belegen." Aber das tut ihrer Begeisterung für die Schau keinen Abbruch: "Der sinnliche wie der geistige Denkanstoß ist gelungen." Denn für Ruthe eröffnet sich gerade in der Gegenüberstellung die Kraft der einzelnen Positionen: "Dreifach unterteilt ist die Guggenheim-Halle Unter den Linden für diese Schau: strahlend weiß die Wände und leuchtend in ihrer reinen, oft spektralen Farbigkeit die kühl-schönen Papierarbeiten des Bauhausmalers Josef Albers. Sie korrespondieren luzide mit den streng-spielerischen Geometrien und Farbchiffren des jung verstorbenen einstigen Beuys-Schülers Blinky Palermo. Und ebenso mit den einem visuellen Tagebuch gleichenden Rätselgebilden des gleichfalls viel zu früh verblichenen Michael Buthe. Sein Werk lässt zugleich an Schwitters wie an Rauschenberg denken, und es stellt nun in Berlin eine elektrisierende Wiederentdeckung dar." Und auch die Gewinner des Bilderstreites im Deutsche Guggenheim stehen für sie fest: "Allein der Wettkampf des Bauhäuslers Albers mit dem Prinzip der Wiederholung über alles Inhaltliche ist grandios: Blau, Rot, Grün, Gelb heißen die Sieger."




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