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Deutsche Bank Awards

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Deutsche Bank Awards
Auszeichnung für junge Kreative in London


Eine echte Erfolgsgeschichte: 1993 wurden die Deutsche Bank Awards initiiert und seitdem haben schon über 150 junge Londoner Kreative von dieser Auszeichnung profitiert. Die Projekte der Preisträger beweisen jedes Jahr aufs Neue, wie vital und vielfältig die Szene in der britischen Hauptstadt ist. Achim Drucks stellt eine Auswahl der Gewinner vor.


Ein Saal aus einem Karpatenschloss mitten in London: Über Orientteppichen hängen riesige Kronleuchter, die Wände sind mit kostbarem Holz verkleidet, der Marmorkamin ist besonders opulent geraten. Auf den zweiten Blick wird allerdings klar: Das Ganze ist ein gigantischer Fake. Inspiriert wurde dieses Ambiente von Schloss Peles – Rumäniens Antwort auf Neuschwanstein. Mit ihrem unglaublichen Mix aus Rokoko, Jugendstil und orientalischen Elementen beeindruckte die Residenz des rumänischen Königs die beiden Künstlerinnen Katharina Stöver und Barbara Wolff so sehr, dass sie einen der Säle rekonstruierten, in ihrem Wohnzimmer. Sie beklebten ganz einfach die Wände mit vergrößerten Abbildungen der aufwendigen Decors. Den nachgeahmten Prachtsaal nutzte das Duo als Galerie und Restaurant. Rasch entwickelte sich ihre Installation zu einem Treffpunkt der jungen Kunstszene. Peles Empire, so der Name des Projekts der Royal Academy of Arts-Absolventinnen, wurde dieses Jahr mit dem Deutsche Bank Award in der Kategorie "Fine Art" ausgezeichnet.

Die Bandbreite der aktuellen Gewinner ist groß: Anastasia Taylor-Lind plant eine Fotodokumentation über die Lebenssituation von Frauen im Mittleren Osten. Die Modedesignerin Julia Crew hat gerade Ididnieken gegründet – ein Label, unter dem sie nachhaltig produzierte Accessoires auf den Markt bringen will. Und Hermann Trebsches Baukastensystem regt die Kreativität von Kindern an. So unterschiedlich die Preisträger auch sind, besitzen sie doch eine Gemeinsamkeit. Sie sind Absolventen der wichtigsten Londoner Hochschulen für Kunst, Design, Mode, Tanz oder Musik.

Unter dem Namen Pyramid Awards 1993 ins Leben gerufen unterstützt die mit 8.000 Pfund dotierte Auszeichnung junge Kreative nach ihrem Abschluss. Ganz bewusst setzt die Förderung an der Schnittstelle zwischen Studium und Beruf an. Denn was nützt das vielversprechendste Projekt, wenn die Mittel zur Umsetzung fehlen? "An den führenden Londoner Kunsthochschulen machen jedes Jahr Studenten mit einem enormen kreativen Potential und tollen Ideen ihren Abschluss. Oft fehlen ihnen allerdings der wirtschaftliche Sachverstand und die finanziellen Möglichkeiten, um ihre Karriere wirklich in Schwung zu bringen", erklärt Kate Cavelle, Director Corporate Citizenship UK. "Deshalb haben wir die Deutsche Bank Awards initiiert. Wir unterstützen die Preisträger aber nicht nur finanziell, sondern auch mit einem Business Training. Außerdem steht ihnen ein persönlicher Mentor zur Seite. Das alles hilft den Absolventen, das schwierige Jahr direkt nach Studienabschluss erfolgreich durchzustehen." Und natürlich profitieren die Gewinner auch von der guten Vernetzung der Deutschen Bank London mit der Kunstszene vor Ort.

Das erleichterte auch der Fotografin Nica Junker den Karrierestart: "Der Preis half mir dabei, mich von meinem Studentenleben zu verabschieden und mich zu professionalisieren. Das war ein ganz wichtiger Schritt. Und natürlich konnte ich durch den Award auch viele Kontakte knüpfen. Das trug dazu bei, dass ich meine professionelle Karriere wirklich in Angriff genommen habe." Außerdem konnte Nica Junker ihr Projekt Silent Neighbours realisieren. Im Februar 2009 installierte sie interaktive Fotoautomaten in Cafés in Shanghai und Tokio. Die Besucher können sich darin fotografieren lassen und ihre Portraits samt kurzer Texte als e-Postkarten verschicken. Außerdem erscheinen sie auf der Website von Silent neighbours. Die Fotoautomaten sollen in andere Metropolen weiterwandern, um einen Austausch über kulturelle Grenzen hinweg zu fördern.

Regelmäßig werden die Arbeiten der Preisträger auch in Ausstellungen vorgestellt – so etwa in Picante, mit der 2007 das 15-jährige Jubiläum der Awards im Londoner National Theatre gefeiert wurde. Kuratorin der Schau war Sinta Tantra. 2006 wurde die auf Bali aufgewachsene Künstlerin für ein Projekt im öffentlichen Raum ausgezeichnet – das Wandgemälde Isokon Dreams an der Regent's Park Bridge. "In meinem letzten Studienjahr an der Royal Academy of Arts habe ich vor allem an ortsspezifischen Installationen gearbeitet", erinnert sich Tantra. "Ich wollte mich als Spezialistin für Projekte im öffentlichen Raum profilieren. Es ist einfach toll, Arbeiten zu realisieren, die allen zugänglich sind. Es hat mir damals wirklich sehr geholfen, einen Geschäftsplan für mein Projekt zu erarbeiten. Ich musste ganz genau überlegen, was ich eigentlich machen wollte. Dieser Prozess gab mir auch das Selbstvertrauen, meine Fähigkeiten weiterzuentwickeln. Dabei habe ich mich immer wieder gefragt: Was macht ein Projekt umsetzbar, erfolgreich und spannend."

In Tantras Wandgemälde verschmelzen balinesische Motive mit geometrischen Abstraktionen und Elementen der Pop-Kultur zu einem vibrierenden Teppich aus Farben. Um die Öffentlichkeit in ihr Projekt mit einzubinden, wurde seine Realisation von speziellen Führungen und Kunst-Workshops für Kinder und Jugendliche an benachbarten Schulen begleitet. Ihr Projekt überzeugte nicht nur die Jury der Deutsche Bank Awards. Nach der Realisation des 42 Meter langen Gemäldes verlieh die City of London der Künstlerin einen Citizen Award.

Zu den bekanntesten Preisträgern gehört Christopher Kane. Seitdem er 2006 mit einem Deutsche Bank Award ausgezeichnet wurde, hat er sich zu einem der profiliertesten britischen Modedesigner entwickelt. Heute arbeitet Kane mit Stars der Branche wie Donatella Versace und Manolo Blahnik zusammen, entwirft Outfits für Kylie Minogue und Beth Ditto. Auch viele der ausgezeichneten bildenden Künstler konnten sich international etablieren. Andy Parker, einer der Preisträger von 2007, wird inzwischen von der renommierten Düsseldorfer Galerie Sies + Höke vertreten, die dieses Jahr seine erste Einzelausstellung in Deutschland präsentierte. Ausrangierte Waschmaschinen, Matratzen, Kühlschränke liefern die Vorlagen für seine Skulpturen. Parker baut sie aus einfachen Materialien wie Pappe, Klebeband und Alufolie nach, stapelt sie aufeinander, um diese Objekte dann an einer stürmischen Meeresküste auszusetzen. Fotografisch festgehalten und mit dem Titel The History of England versehen, evoziert der 1978 geborene Künstler nostalgische Meeresmythen, die durch die trivialen Alltagsobjekte ad absurdum geführt werden. Wie Andy Parker haben auch die Fotokünstlerin Clare Strand oder der Bildhauer Gereon Krebber, die 1998 bzw. 2002 ausgezeichnet wurden, schon zahlreiche internationale Ausstellungen bestritten.

Das gute Gespür der Jury für die Deutsche Bank Awards zeigt auch die Karriere des Bildhauers Graham Hudson. 2002 ausgezeichnet, hatte er in den folgenden Jahren Einzelausstellungen bei Zinger Presents in Amsterdam oder den Locust Projects in Miami. 2007 wurde er auf der Zoo Art Fair von Mega-Sammler Charles Saatchi entdeckt, der eine seiner sperrigen Müll-Assemblagen erwarb. Jetzt ist Hudson ist auch in Newspeak vertreten, der Schau, mit der die Saatchie Gallery in Kooperation mit dem Eremitage Museum eine Bestandsaufnahme aktueller britischer Positionen unternimmt. Ab dem 25. Oktober 2009 ist die Schau in St. Petersburg und ab Juni 2010 dann in London zu sehen. Mehr als eine Dekade nachdem Sensation für den internationalen Durchbruch der Young Britisch Artists sorgte, stellt Newspeak eine neue Künstlergeneration vor. Und wer weiß, vielleicht ist der Name Graham Hudson dem Publikum bald so geläufig wie Douglas Gordon oder Damien Hirst.

Transformations
THE SPACE
23 Great Winchester Street, London
26 October 2009 – January 2010

Im Kunstraum der Deutsche Bank London sind Arbeiten von Gewinnern der Deutsche Bank Awards zu sehen: Danielle Mourning, Katharina Stoever und Barbara Wolff, Peles Empire sowie dem Designer Hermann Trebsche.




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