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To be a teacher is my greatest work of art - Joseph Beuys und seine Schüler im Kunstmuseum Ahlen

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"To be a teacher is my greatest work of art"
Joseph Beuys und seine Schüler im Kunstmuseum Ahlen


Epigonen? Nein danke! Als Professor an der Düsseldorfer Kunstakademie prägte Joseph Beuys zwar eine ganze Künstlergeneration. Doch er ermutigte seine Studenten stets, ihren eigenen Weg zu gehen. Die Ausstellung "To be a teacher is my greatest work of art" präsentiert jetzt 150 Arbeiten von Beuys und seinen bedeutendsten Schülern aus der Sammlung Deutsche Bank. Achim Drucks stellt die Schau im Kunstmuseum Ahlen vor.




Demütig wäscht Joseph Beuys seinen Schülern die Füße, atonale Musik tönt durch das Atelier, Studenten diskutieren ihre Arbeiten: Der Film Joseph Beuys und seine Klasse dokumentiert nicht nur den Unterricht an der Düsseldorfer Kunstakademie. Die 1971 entstandene Produktion ermöglicht auch die Reise in eine Zeit der Umbrüche, die von Beuys' künstlerischen wie politischen Aktionen mitgeprägt wurde. Zu sehen ist der Film im Rahmen der Ausstellung To be a teacher is my greatest work of art. Das Kunstmuseum Ahlen präsentiert 150 Papierarbeiten aus der Sammlung Deutsche Bank. Kurator Friedhelm Hütte, Direktor der Deutsche Bank Kunst, stellt zahlreichen Beuys-Arbeiten Werke seiner bedeutendsten Schüler gegenüber: Zeichnungen, Fotografien und Druckgrafik von Walter Dahn, Felix Droese, Jörg Immendorff, Anselm Kiefer, Imi Knoebel, Blinky Palermo oder Katharina Sieverding zeigen Beuys' künstlerischen und persönlichen Einfluss sowie die Wechselwirkungen des intensiven Dialogs zwischen dem Professor und seinen Studenten.

Für viele seiner Schüler war die Person Beuys weitaus wichtiger als sein Werk. "Wir brauchten jemanden, der auch auf der Suche war wie wir. Wir suchten nach dem Extremen", erklärte etwa Imi Knoebel. Obwohl dessen vom russischen Konstruktivismus geprägten Arbeiten in diametralem Gegensatz zu seinen eigenen Positionen standen, nahm ihn Beuys in die Klasse auf. In der Fotoserie, die in Ahlen zu sehen ist, hält Knoebel seine Projektionen fest – reduzierte Formen aus Licht, die er an nächtliche Hausfassaden warf. Auch Immendorffs vom Maoismus geprägter Bilderwelt stand Beuys skeptisch gegenüber, regte ihn aber doch zu neuen Sichtweisen an. Die Erkenntnis, "dass Malerei etwas Prozesshaftes hat" wirkte für den Künstler "wie ein Türöffner". Immendorffs Biennale-Serie (1976) atmet noch den Geist der 68er-Bewegung: tagebuchartig hält er die Ereignisse einer Woche fest. Protestmarsch am Donnerstag, Plakataktion zur Biennale und ein konspiratives Treffen am Freitag: Agitprop im Wandzeitungsstil.

"To be a teacher is my greatest work of art" erklärte Beuys 1969 in einem Interview mit dem amerikanischen Kunstmagazin Artforum. An der Kunstakademie Düsseldorf unterrichtete er über 300 Studenten und prägte so eine ganze Künstlergeneration. Der Einfluss des charismatischen Professors auf seine Schüler war immens, zu Epigonen wurden sie aber nicht. Und doch lassen sich immer wieder Spuren von Beuys' Arbeiten im Werk seiner Schüler entdecken: sei es in der Sensibilität für "arme" Materialien bei Ulrich Meister oder Felix Droese, der sich wie Beuys früh mit dem Thema Ökologie beschäftigte. Auch Anselm Kiefers Auseinandersetzung mit der kosmischen Mythologie ist deutlich von seinem Lehrer beeinflusst, Katharina Sieverding führt in ihren Serien wie Kontinentalkern Beuys' Kritik am materialistischen Wissenschaftsbegriff weiter. Für die Fotokünstlerin verkörperte Beuys ein Ideal, weil er für seine Studenten "immer da war, sie herausforderte und Leistung erwartete. Ein besseres Beispiel eines Lehrers konnte man nicht erfahren".

"To be a teacher is my greatest work of art"
Joseph Beuys und seine Schüler.
Werke aus der Sammlung Deutsche Bank
Kunstmuseum Ahlen
bis 30. November 2008






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