In dieser Ausgabe:
>> Constantin Brancusi in New York / "Akademierundgang" in Düsseldorf
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Die Giganten kehren heim:
Über 85.000 Ausstellungsbesucher sahen "El Regreso de los Gigantes"




Blick in die Ausstellung "El Regreso de los Gigantes" im Museo Nacional de Bellas Artes, Santiago de Chile, 2004

Fast zwei Jahre dauerte die Ausstellungstournee von El Regreso de los Gigantes. Mit rund 150 Arbeiten aus der Sammlung Deutsche Bank wurde in Südamerika die erste Generation der neuen figurativen Malerei und die Arbeiten der "Jungen Wilden" in Deutschland präsentiert. Elvira Bach, Rainer Fetting, Jörg Immendorff waren nur einige der vertretenen Künstler, deren Gemälde und Arbeiten auf Papier in Monterrey, Mexiko City, Sao Paulo, Buenos Aires und zuletzt im Museo Nacional de Bellas Artes in Chile zu sehen waren. Angelehnt an ein Werk Rainer Fettings war der Ausstellungstitel Die Rückkehr der Giganten auch programmatisch für die vorgestellte Kunst zu verstehen. So dokumentierte El Regreso de los Gigantes die Rebellion, die bereits in den Sechzigern gegen die unverbindliche Abstraktion des Informel und die Theorielastigkeit von Minimal und Konzeptkunst einsetzte.


Von den Vorreitern der Neuen Figuration wie Georg Baselitz oder Karl Heinz Hödicke bis zu jüngeren Vertretern der "heftigen Malerei" veranschaulichte die Ausstellung den deutschen "Hunger nach Bildern". So thematisierte die Ausstellung mit der erneuten Hinwendung zum Expressionismus der klassischen Moderne auch die Auseinandersetzung mit der von Faschismus und deutscher Teilung geprägten Vergangenheit.

Inzwischen sind die Kunstwerke wieder auf ihrem Weg nach Hause - zurück an ihre angestammten Plätze in Bankgebäuden in London, New York, Deutschland. 85.700 Besucher sahen die Schau auf ihren unterschiedlichen Stationen. Der Erfolg, den die "Giganten" bei Publikum und Kritik hatten ist nicht ohne Folgen geblieben. Bereits jetzt wird in der Deutschen Bank darüber nachgedacht, die guten Kontakte zu südamerikanischen Museen auszubauen und eine weitere Ausstellung auf Reisen zu schicken. Dann wird eine andere Bewegung im Mittelpunkt stehen: die deutsche Fotografie, die seit den späten sechziger Jahren mit Protagonisten wie Bernd und Hilla Becher, Candida Höfer, Thomas Ruff, Andreas Gursky oder Axel Hütte neue Perspektiven aufzeigte und nachfolgende Generationen beeinflusste.


Blick in die Ausstellung "El Regreso de los Gigantes" im Museo nacional de Bellas Artes, Santiago de Chile, 2004




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