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The Deutsche Bank Series at the Guggenheim: Found in Translation
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Found in Translation
The Deutsche Bank Series at the Guggenheim


Nach "Anish Kapoor: Memory" und "Julie Mehretu: Grey Area" steht jetzt die dritte Schau der "Deutsche Bank Series at the Guggenheim" auf dem Programm. "Found in Translation" präsentiert im New Yorker Guggenheim Museum elf Film- und Videoarbeiten, die sich mit der Interaktion zwischen unterschiedlichen Kulturen auseinandersetzen.


Seit 1977 ist die Voyager 1 im Weltall unterwegs. Mit an Bord ist die Golden Record, eine Datenplatte auf der 116 Fotos gespeichert sind. Sie zeigen die Golden Gate Bridge, aber auch einen Mann, der mit seinem Hund spazieren geht – Bilder, die Außerirdischen die menschliche Zivilisation nahebringen sollen. Sie haben Steve McQueen zu seiner Arbeit Once Upon a Time (2002) angeregt. Der britische Künstler hat das Material digitalisiert und mit einem neuen Soundtrack versehen – statt Grüße in 55 Sprachen sind jetzt Menschen zu hören, die "in Zungen sprechen". Dank der wortartigen, doch völlig sinnfreien Geräusche wirken die Bilder aus den 1970er Jahren seltsam irreal. Der Betrachter von Once Upon a Time macht eine merkwürdige Erfahrung: Die unverständliche Sprache des Soundtracks erscheint ihm ähnlich befremdlich wie die Bilder und Töne der Golden Record auf die Außerirdischen wirken könnten.

Die Videoprojektion des Turner-Preisträgers ist eins von elf filmischen Werken, die in der Ausstellung Found in Translation im New Yorker Guggenheim Museum zu sehen sind. Es ist die dritte Schau im Rahmen der Reihe Deutsche Bank Series at the Guggenheim. Sie präsentiert Auftragsarbeiten, die für die Deutsche Bank und die Solomon R. Guggenheim Foundation entstanden sind, sowie Themenausstellungen, die sowohl im Berliner wie im New Yorker Guggenheim zu sehen sind. Found in Translation versammelt Filme, Videos und Dia-Installationen von elf internationalen Künstlern, die sich mit dem Themenkomplex Übersetzung und kulturelle Unterschiede beschäftigen. Konzipiert wurde die Schau, die Anfang 2012 auch im Deutsche Guggenheim zu sehen ist, von Nat Trotman.

"Die Idee zu Found in Translation entstand bei der Beschäftigung mit Medienarbeiten in der Guggenheim-Sammlung, die alle die Sprache als Mittel zur Erforschung von Geschichte und Kultur nutzen", erklärt Trotman, Associate Curator am Guggenheim Museum. "Dabei wurde mir klar, dass Sprache auch als Ausgangspunkt für umfassendere Diskussionen zum Thema Identität dienen kann. Die Videoarbeiten in Found in Translation veranschaulichen die verschiedenen Strategien, mit denen Gegenwartskünstler operieren, um sich über die Sprache kulturellen Unterschieden anzunähern." Für die gezeigten Künstler eröffnen Übersetzungen ein diskursives Feld, in dem verschiedene Faktoren, die unsere Identität bestimmen – Klasse, Rasse, Religion, Sexualität – verhandelt werden und dabei neue Bedeutungen entstehen. Eine scheinbar ganz einfache linguistische Aufgabe wird hier zu einer Art Versuchsanordnung, in der es nicht zuletzt um die Interaktion zwischen verschiedenen Kulturen geht.

Patty Chang, Keren Cytter und Lisa Oppenheim ließen sich für ihre Arbeiten von literarischen Texten anregen. Während Oppenheims Doppelprojektion Cathay (2010) die Übertragung eines chinesischen Gedichts durch den amerikanischen Dichter Ezra Pound und die wörtliche Übersetzung eines Sprachwissenschaftlers nebeneinanderstellt, basiert Patty Changs The Product Love (2009) auf einem Text, den der deutsche Philosoph Walter Benjamin 1928 über seine Begegnung mit der chinesisch-amerikanischen Schauspielerin Anna May Wong geschrieben hat. Keren Cytter, die auch bei Globe, dem Kunst- und Performance-Programm zur Eröffnung der neuen Kunstpräsentation in den Frankfurter Deutsche Bank-Türmen, drei Abende gestaltet, ist mit Les Ruisellements du Diable (2008) vertreten. Das Video knüpft an eine Kurzgeschichte von Julio Cortázar an, die schon die Vorlage für Antonionis legendären Film Blow up lieferte. Cytters Protagonistin ist Übersetzerin, was als Aufhänger für eine komplexe Auseinandersetzung mit Fragen von Identität und Wahrnehmung dient.

Mit dezidiert politischen Themen beschäftigen sich dagegen Paul Chan, Sharon Hayes oder Sharif Waked. So thematisiert der palästinensische Künstler in To Be Continued... (2009) das Phänomen der islamistischen Selbstmordattentäter. Die Auswirkungen der Terroranschläge vom 11. September bilden die Folie für Paul Chans Untitled Video on Lynne Stewart and Her Conviction, the Law, and Poetry. In seinem Video porträtiert Chan Lynne Stewart, die Anwältin eines der Hauptverantwortlichen für den ersten Anschlag auf das World Trade Center. Steward wurde zu zehn Jahren Haft verurteilt, weil sie nach Meinung des Gerichts eine Botschaft ihres Mandanten weitergegeben und damit die nationale Sicherheit in Gefahr gebracht hat. Sharon Hayes, die auch in der Sammlung Deutsche Bank vertreten ist, hat sich für ihre Dia-Projektion In the Near Future (2009) in Städten wie New York oder Warschau als Aktivistin inszeniert. Ihr Spiel mit teilweise veralteten Agitprop-Slogans ist mehr als nur eine Referenz an historische politische Bewegungen. In the Near Future bezieht sich auch auf das kritische Potential von Performance, um unsere Rolle in aktuellen politischen Diskursen anzusprechen – als Zuschauer oder Aktivist.
A.D.

The Deutsche Bank Series at the Guggenheim: Found in Translation
Solomon R. Guggenheim Museum, New York
11. Februar – 1. Mai 2011




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