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Beuys and Beyond in Buenos Aires
Werke aus der Sammlung Deutsche Bank im Dialog mit argentinischer Gegenwartskunst


Nach ihrer Premiere in Santiago de Chile ist "Beuys and Beyond – Teaching as Art" jetzt im Centro Cultural Recoleta in Buenos Aires zu sehen. Die Schau stellt Arbeiten von Joseph Beuys und seinen Schülern ausgewählten Werken zeitgenössischer Künstler aus Argentinien gegenüber. Sie verbindet damit zwei Themen, die für das gesellschaftliche Engagement der Deutschen Bank von zentraler Bedeutung sind – Kunst und Bildung.


"Jeder soll auf seinen Intentionen aufbauen und Fragen stellen, damit sich etwas klärt", so beschrieb Joseph Beuys den Ansatz seiner Lehrtätigkeit an der Kunstakademie Düsseldorf in den 1960er Jahren. Es ging ihm vor allem darum, bei seinen Studenten Diskussionen und Denkprozesse in Gang zu setzen. Rund fünfzig Jahre später erklärt Pablo Siquier – einer der einflussreichsten zeitgenössischen Künstler Argentiniens, der auch an diversen Institutionen unterrichtet – dass es ihm vor allem um den Austausch von Ideen geht. Wie Beuys hat er in seinen Workshops und Seminaren eine Vielzahl von Studenten geprägt. Deshalb hat Kurator Elio Kapszuk den 1961 geborenen Künstler als Kontrapunkt zu Joseph Beuys ausgewählt. Auf der zweiten Station von Beuys and Beyond – Teaching as Art im Centro Cultural Recoleta in Buenos Aires wird Siquier zusammen mit Diego Bianchi, Tomas Espina, Leopoldo Estol, Carlos Huffman, Luciana Lamothe und Elisa Strada gezeigt, für die er als Mentor eine wichtige Rolle gespielt hat.

Siquier setzt in seinem Unterricht auf flache Hierarchien, um gruppendynamische Prozesse zu fördern, bei denen die Rollen von "Lehrer" und "Student" durchaus rotieren können. Wie Beuys will auch er keine Epigonen heranzüchten. "Pablo hat nie versucht, uns seine Definition von Kunst überzustülpen. Stattdessen hat er versucht, das, was unsere Arbeit ausmacht, zu verstärken", so Carlos Huffmann, der 2002 an einem Workshop von Siquier teilgenommen hat. Huffmanns übermalte Magazinbilder von Autos und Motorrädern haben konsequenterweise auch nichts mit den ungegenständlichen Kompositionen seines Lehrers gemein. Er verwandelt die gestylten Motive, die Technik und Geschwindigkeit als Ausdruck von Modernität und persönlicher Freiheit feiern, in Szenarien von Gewalt und Zerstörung. Dagegen erkundet Siquier die unterschiedlichen Möglichkeiten der Abstraktion: die bunten, organischen Formen seiner frühen Bildern aus den 1980er Jahren erinnern an die Ornamentik der südamerikanischen Ureinwohner. Seit Mitte der 90er werden sie zunehmend von komplexen grafischen Kompositionen in Schwarz-Weiß abgelöst, in denen die Ästhetik der Computergrafik mit dem Überschwang des südamerikanischen Barocks verschmilzt.

Die Vielfalt der künstlerischen Ansätze in Beuys and Beyond demonstriert das besondere Verhältnis zwischen Lehrer und Schülern – bei Siquier wie bei Beuys. Ihn zeigt die Ausstellung im direkten Dialog mit seinen Schülern Lothar Baumgarten, Jörg Immendorff, Imi Knoebel, Blinky Palermo, Katharina Sieverding und Norbert Tadeusz. Die ausgewählten Werke aus der Sammlung Deutsche Bank veranschaulichen dabei die ganze Bandbreite der Beuys-Schüler – von Immendorffs figurativen, politisch aufgeladenen Holzschnitten oder Palermos reduzierten Abstraktionen bis zu Sieverdings konzeptuellen Fotoarbeiten.

Unabhängig von seiner eigenen künstlerischen Position ermutigt auch Siquier seine Studenten, ihren individuellen Weg zu gehen. So fertigt Diego Bianchi aus Abfällen und billigen Konsumgütern Skulpturen und wuchernde Installationen, in denen sich die politische und kulturelle Konfusion unserer Zeit zu spiegeln scheint. Luciana Lamothe betont, dass Siquier sie dazu gebracht hat, ihre Arbeiten zu radikalisieren. Und das kann in ihrem Fall bis zur Sachbeschädigung gehen. So schraubte sie bei Marcel Breuers Stahlrohr-Sessel Wassily, der in einem Raum der Universidad Di Tella für modernistische Eleganz sorgen soll, kurzerhand die Sitzfläche ab. Die nutzlos gewordene Design-Ikone fotografierte sie dann samt "Tatwaffe", einem Bund Inbusschlüsseln. Für andere Arbeiten ihrer Serie Clandestinas (Geheimnis) fügte sie den Schlössern, die ein Ladenlokal vor Einbrechern schützen sollen, kurzerhand ein weiteres hinzu oder spritzte Lösungsmittel auf ein giftgrün lackiertes Metallgitter, was zu einer durchaus dekorativen Blasenbildung führt – ein ebenso reduziertes wie ausdrucksstarkes Statement.
A.D.

Beuys and Beyond – Teaching as Art
9. Juni – 18. Juli 2010
Centro Cultural Recoleta
Buenos Aires




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