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Gesetz der Serie
Eine Doppelausstellung feiert Peter Roehr



Er gilt als eine der aufregendsten Wiederentdeckungen der letzten Jahre – Peter Roehr, Deutschlands Pionier in Sachen Pop, Minimal und Konzeptkunst. Bevor er 1968 mit nur 23 Jahren an Krebs starb, schuf der Frankfurter Künstler ein unglaublich konsequentes, rigides Werk. Mit dem MMK und dem Städel widmen ihm jetzt zwei der wichtigsten Museen seiner Heimatstadt die erste umfassende Werkschau. Seitdem sich Städel-Chef Max Hollein vermehrt der Gegenwartskunst zugewandt hatte, herrschten zwischen beiden Häuser atmosphärische Spannungen. Doch mit der neuen Leiterin des MMK, Susanne Gaensheimer, steht Kooperation statt Konkurrenzdenken auf dem Programm. Zu den Ergebnissen zählt diese hervorragende Doppelausstellung. Unter den Leihgebern von Peter Roehr. Werke aus Frankfurter Sammlungen ist auch die Sammlung Deutsche Bank, in der er mit zahlreichen Arbeiten vertreten ist.

"Ich glaube, dass jedes Ding erfassbare Eigenschaften in sich birgt, die wir jedoch nicht wahrnehmen", so Roehr 1965. "Wenn wir ein Ding mehrere Male nebeneinander oder untereinander oder hintereinander wahrnehmen, bemerken wir diese Eigenschaften." Ob er Reklamebilder, Aufkleber, Knöpfe oder Wörter zusammenfügte – das Material wurde dabei nie manipuliert, nirgends trat der Autor in den Vordergrund. Parallel zu Andy Warhols Campbell’s Soup Cans schuf Roehr ein Werk, das die massenmedialen Images der Pop Art, die Strenge von Minimal und die gedankliche Radikalität der Konzeptkunst vereint. Wie die befreundeten Frankfurter Künstler Thomas Bayrle und Charlotte Posenenske setzt er dabei auf Serien und Reihungen. Beeinflusst wurde Roehr auch von Film, Musik und Pop-Kultur. Zusammen mit seinem Freund, dem späteren Galeristen Paul Maenz, eröffnete er 1968 in der Frankfurter City das Geschäft Pudding-Explosion, das "Hippie-Zubehör" anbot – Haschpfeifen, Twiggy-Poster, Mao-Bibeln oder Buttons mit Sprüchen wie "Wer stirbt, spart".

Für ein Ausstellungsplakat ließ der gelernte Leuchtreklamen- und Schilderhersteller Girls im Op-Art-Look vor seinen Schwarzen Tafeln posieren – als ironische Hommage an das Schwarze Quadrat. Malewitschs Ikone wird hier weiter radikalisiert: Dem einen monochromen Gemälde setzt Roehr zehn Wandarbeiten entgegen, quadratische Blechkästen, in die er je 35 schwarze Kartonplatten montiert. Im Städel ist dieses Hauptwerk erstmals wieder in Frankfurt zu sehen. Daneben werden hier auch typografische Arbeiten und weitere Objektmontagen gezeigt. Im MMK liegt ein Schwerpunkt auf aus Werbeprospekten zusammengefügten Bildern sowie den Filmarbeiten. Ihr Ausgangsmaterial lieferten Spielfilme und Werbespots: Immer wieder bewegt sich der Frauenkopf hin und her, wird das Haar gekämmt, fährt das Auto durch Tunnel. Seitdem Roehr sein naher Tod bewusst war, arbeitete er noch intensiver und hinterließ mehr als 600 Arbeiten, die in nur sechs Jahren entstanden waren. "Ob das, was ich mache, Kunst ist, weiß ich nicht. Andererseits wüsste ich aber auch nicht, was es sonst sein könnte", erklärte Roehr. Nach einem Besuch der Doppelausstellung steht eines jedenfalls fest: Es ist Kunst – und zwar sehr, sehr gute.
A.D.

Peter Roehr – Werke aus Frankfurter Sammlungen
28. November 2009 bis 7. März 2010
MMK Museum für Moderne Kunst / Städel Museum
Frankfurt am Main




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