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Abstraktion und Einfühlung im Deutsche Guggenheim
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Keine Angst vor Rot, Gelb und Blau
Imi Knoebel im Deutsche Guggenheim


Seit 25 Jahren begleitet die Sammlung Deutsche Bank Imi Knoebels Oeuvre. Inzwischen dokumentieren mehr als 1000 Arbeiten die Entwicklung des Beuys-Schülers seit 1968 bis in die unmittelbare Gegenwart. Die zweiteilige Schau "ICH NICHT/ENDUROS" ermöglicht jetzt im Deutsche Guggenheim einen Einblick in die ganze Bandbreite von Knoebels ungegenständlicher Kunst. Parallel zu seiner Ausstellung "Zu Hilfe, zu Hilfe…" in der Berliner Neuen Nationalgalerie sind hier zunächst Raumarbeiten und dann über 200 Werke aus der Sammlung Deutsche Bank zu sehen.


Hellblaue, zitronengelbe und dunkelrote Latten schweben vor einem Hintergrund aus leuchtendem Pink. Sie überkreuzen sich in freiem Rhythmus und gleichen bunten Brettern, die auf einem Fluss aus Farbe treiben. Fishing Pink (2009) ist eine der jüngsten Arbeiten, die in der zweiteiligen Imi Knoebel-Schau ICH NICHT/ENDUROS zu sehen ist. Im Deutsche Guggenheim lässt sich Knoebels Auseinandersetzung mit Form und Farbe in ihrer ganzen Vielschichtigkeit verfolgen. Als Vertreter einer reduzierten, konzeptuell geprägten Malerei entwickelte der Düsseldorfer eine ganz eigene Position, die auch die junge Künstlergeneration inspiriert. Im ersten Teil der von Friedhelm Hütte, Global Head Art, Deutsche Bank, in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler konzipierten Ausstellung liegt der Schwerpunkt auf aktuellen Wand- und Raumarbeiten. Unter dem Titel ICH NICHT antwortet die Schau auf Barnett Newmans Frage Wer hat Angst vor Rot, Gelb und Blau? In den Bildern seiner 2006 entstandenen Serie Ich nicht beschränkt sich Knoebel auf eben diese Grundfarben – Rot, Gelb und Blau, aus deren Mischung alle anderen Farben hervorgehen. Dabei erzeugt das Zusammenspiel monochromer Flächen ganz unterschiedliche Farbakkorde. Pinselspuren, verschiedene Farbaufträge, der Wechsel von matten und glänzenden Passagen verleihen den Bildern ihre Spannung. Ort – Blau Rot Rot Gelb (2009), eine der zentralen Installationen in der Berliner Ausstellungshalle, setzt diese Arbeit ins Dreidimensionale fort. Drei Meter hohe, mit je einer der drei Grundfarben bemalte Aluminiumtafeln formieren sich in dieser Installation zu einem offenen Raum, der den Besucher geradezu in Farbe eintauchen lässt. Auch diese Arbeit ist als Auseinandersetzung mit der Farbfeldmalerei und Newmans berühmter, zwischen 1966 und 1970 entstandener Gemäldeserie zu verstehen. Gleichzeitig lädt die Installation dazu ein, einfach nur zu sehen und die sinnliche Wirkung dieses Farbraums ganz unmittelbar zu erleben.

Die Entwicklung von Knoebels gegenstandslosem Formenvokabular dokumentiert ENDUROS, der zweiten Teil der Schau, mit über 200 Collagen, Zeichnungen, Fotografien und Druckgrafiken aus der Sammlung Deutsche Bank. Kontinuierlich werden seit rund 25 Jahren Werke des 1940 in Dessau geborenen Künstlers von der Bank erworben und ausgestellt. So wurde seinem Werk in den Frankfurter Zwillingstürmen 1986 eine ganze Etage gewidmet. Zu den frühesten Arbeiten in der Sammlung Deutsche Bank gehört eine zwischen 1968 und 1972 entstandene Serie, für die er seine Projektionen im Stadtraum fotografiert hat: Gleißende Kreuze oder Rechtecke aus Licht schneiden sich in die Nacht, fallen auf Hausfassaden oder Kirchen. Die einfachen Formen, mit denen Kasimir Malewitsch Anfang des 20 Jahrhunderts die Kunst revolutionierte, projiziert Knoebel in Innen- und Außenräume. Schon seit seiner Zeit als Schüler von Joseph Beuys an der Düsseldorfer Kunstakademie, wo er 1965 bis 1971 studierte, entwickelt er das Erbe des russischen Suprematismus weiter. Der Zusammenprall mit dem Realraum lässt diese geometrischen Formen aus Licht zerschellen, sie lösen sich auf – in zitternde Linien und schwebende Fragmente, die sich später auf seinen Zeichnungen wieder finden. In über vier Jahrzehnten hat sich Knoebels abstraktes Werk beständig weiterentwickelt. Es umfasst monochrome Bilder, massive Sperrholzinstallationen, bunte Messerschnitte oder gestische Zeichnungen und spielt sämtliche Möglichkeiten der gegenstandslosen Kunst durch. So ist ICH NICHT/ ENDUROS im Deutsche Guggenheim auch nicht als eine statische Retrospektive zu verstehen, sondern als aktuelle Bestandsaufnahme eines Oevres, das in einem stetigen Prozess der Wandlung begriffen ist, das immer wieder zu bestimmten künstlerischen Fragestellungen zurückkehrt, um dann ganz neue Lösungen zu entwickeln.

Imi Knoebel: ICH NICHT/ENDUROS
23.5. – 26.6. / 4.7. – 2.8. 2009
Deutsche Guggenheim, Berlin




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