Markus Bacher, was wäre wenn vor dem ist, 2007, Photo: Mischa Nawrata, Wien, © Markus Bacher
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Michael Goldgruber, Buena Vista, 2008, Photo: Courtesy the artist, © Michael Goldgruber
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Ingrid Pröller, Traceur, 2007, Photo: Günter König, Weiler, © Ingrid Pröller
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Patricia Reinhart, Nocturne in black, 2008, installation with super-8-projection screen, Photo: Mischa Nawrata, Wien
© Patricia Reinhart
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Die Resonanz war überwältigend: über 1000 Künstler aus Österreich bewarben sich für die Teilnahme an der Schau AUSTRIA conTEMPORARY. Viel Arbeit für die Kuratorin Christine Humpl und ihr Team. Sie reduzierte die Auswahl auf fünfzig Künstler, die sie dann in ihren Ateliers besuchte, um sich vor Ort einen Eindruck von ihren Arbeiten zu verschaffen. Sechzehn ausgewählte Positionen sind jetzt im Essl Museum zu sehen. Initiiert hatte das in Klosterneuburg bei Wien gelegene Museum die Ausstellungsreihe emerging artists, die den Rahmen der von der Deutschen Bank Stiftung geförderten Schau bildet, vor acht Jahren. Seitdem stellt es dem breiten Publikum alle zwei Jahre eine Gruppe interessanter Künstler vor, die es noch zu entdecken gilt.
In AUSTRIA conTEMPORARY dominieren Malerei und Video, aber auch Zeichnung, Fotografie, Skulptur und Collage sind vertreten. Die beiden jüngsten Teilnehmer sind gerade mal fünfundzwanzig Jahre alt und reflektieren das Medium Malerei auf ganz unterschiedliche Weise. In Daniel Domigs figurativen, von häufigen Übermalungen gekennzeichneten Bildern mischen sich Einflüsse der heftigen Malerei der achtziger Jahre mit Elementen der christlichen Ikonografie. Dabei spielt er mit den Erwartungshaltungen des Publikums: Der Künstler lässt seine Gemälde häufig auf fragil wirkenden Holzkonstruktionen über den Köpfen der Ausstellungsbesucher schweben. Markus Bacher dagegen sampelt auf seinen großformatigen, gestischen Gemälden die Einflüsse von Informel und Abstraktem Expressionismus. Leuchtende Farbschlieren und dynamische Linien kollidieren bei ihm mit monochromen, in sich changierenden Farbfeldern.
Auch ältere Künstler, die noch nicht im Fokus des Ausstellungsbetriebs stehen, sind in der Schau vertreten. Der 1955 geborene Bildhauer Virgilius Moldovan etwa. Der in Wien lebende Rumäne setzt sich in seinem Werk mit dem klassischen Thema der Plastik schlechthin auseinander - der menschlichen Figur. Traditionell ist an Moldovans überlebensgroßen Silikonfiguren allerdings nichts. Im Gegenteil. Seine nackten Gestalten mit ihren grotesken Grimassen und Formen thematisieren vielmehr die bedrohliche Dimension der Sexualität und eine Abscheu vor Körperlichkeit.
Eher nostalgische Gefühle evozieren die Videoarbeiten von Patricia Reinhart. Die Künstlerin, die auch am Wiener Gustav Mahler-Konservatorium Schauspiel studiert hat, montiert hunderte von Fotos zu poetischen Kurzfilmen. Angeregt von Comte de Lautréamonts Bibel der Dekadenz, den Gesängen des Maldoror, mischt sie die exaltierten Gesten vergessener Stummfilmdiven mit Referenzen an den Symbolismus und die surrealen Collagen von Max Ernst. Damit kreiert sie ein ganz eigenes, fast magisches Universum.
Ob sich darüber hinaus Michail Michailov, ehemaliger Assistent der Künstlergruppe Gelitin, in seinen Fotografien und Videoarbeiten mit den Bedingungen der Kunstproduktion auseinandersetzt oder Ingrid Pröller in ihren Gemälden die Themen Sport und Jugendkultur be - AUSTRIA conTEMPORARY belegt, wie vielfältig und vital die aktuelle Szene in Österreich ist. Achim Drucks
AUSTRIA conTEMPORARY Im Rahmen der Ausstellungsreihe emerging artists 14. November 2008 - 18. Februar 2009 Essl Museum, Klosterneuburg bei Wien
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