Nachruf: Michel Majerus
Am 6. November starb der Künstler
Michel Majerus beim Absturz der Luxair-Maschine in Luxemburg. Seine Malerei
"war von absoluter Furchtlosigkeit. Er selbst von unerschütterlicher Freundlichkeit.
Beides verstieß gegen das Klischee vom Maler, der vor der Leinwand leidet
und ansonsten in polterndem Missmut durch die Kunstwelt zieht. Anstatt
sich zaghaft den 'Großen' zu nähern, behandelte er sie – scheinbar – respektlos",
schrieb Jörg Heiser in der Süddeutschen Zeitung. Und die Kuratorin Klara
Wallner erklärte in ihrem Nachruf in der taz:
"Seine emotional ungeheuer anregenden Bilder kommen wie Samplings daher.
|
Sie behaupten sich jederzeit auf den quadratischen oder wandhohen Formaten,
wie sie der Moderne eigen waren, und gipfeln häufig im eigensinnigen Konglomerat
einer ganzen Rauminstallation. Michel entwickelte mit einem schnellen Duktus
eine Art Gebrauchsästhetik, die es ihm ermöglichte, intelligente, provokante
Displays zu schaffen. Mit ironischem Impetus wagten sie Interpretationen
zu Frank Stella, Adidas, Elsworth Kelly, Nike oder Andy Warhol und dem
Rest der Waren-Kunstwelt." Auch die Deutsche Bank Kunst schätzte den in
Luxemburg geborenen Künstler sehr. Bereits 1995 wurden zehn seiner Arbeiten
auf Papier für die Sammlung erworben. Michel Majerus wurde nur 35 Jahre
alt.
|